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Hans Fallada
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Hans Fallada verbrachte seine ersten sechs Lebensjahre in Greifswald. Sein Geburtshaus befindet sich in der Steinstraße 58/59. Im Erdgeschoss des Hauses, in der ehemaligen Wohnung der Familie Ditzen, befindet sich heute die Pommersche Literaturgesellschaft e. V. Dort finden Ausstellungen, Lesungen und Vorträge über Hans Fallada statt.
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Rudolf Ditzen hatte sich einen anderen Namen (Künstlername oder Pseudonym) ausgedacht, unter welchem er seine Bücher veröffentlichte, um nicht erkannt zu werden. Hans Fallada - der Name wurde zusammengestellt aus "Hans" nach der Figur aus dem Märchen "Hans im Glück" und dem Namen des treuen Pferdes "Falada" aus dem Märchen "Die Gänsehirtin", dass getötet wurde, weil es stets die Wahrheit sprach.
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Hans Falladas Vater, Wilhelm Ditzen, war Landrichter. Seine Mutter, Elisabeth geb. Lorenz, eine Pfarrerstochter. Fallada hatte noch zwei ältere Schwestern: Elisabeth und Margarethe. Sein jüngerer Bruder Ulrich fiel mit 18 Jahren im 1. Weltkrieg.
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Fallada kam früh mit Büchern in Berührung. Er las gerne und holte sich heimlich Bücher aus der Bibliothek des Vaters. Er verfasste kurze Stücke und spielte begeistert für die Familie und Verwandten Theater. Schon sehr früh erzählte er Geschichten und startete eigene Versuche, etwas niederzuschreiben. Falladas Lieblingsbuch war "Robinso Crusoe" von Daniel Defoe, in das er später auch als Erwachsener immer wieder flüchtete, wenn er Sorgen hatte.
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Als Jugendlicher hatte Hans Fallada zunehmend Probleme. Mit 18 Jahren versuchte er, als Duell getarnt, mit seinem Freund Hanns Dietrich von Neckar einen Selbstmordversuch, bei dem der Freund stirbt und er selbst schwer verletzt wurde. Fallada wurde in die Nervenheilanstalt Tannenfeld bei Jena eingewiesen. Seine Tante Adelaide kümmerte sich um ihn und unterrichtete ihn in Literatur und den Sprachen Englisch, Französisch und Italienisch.
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Hanns Fallada verlies die Schule ohne Abschluss und begann eine Ausbildung in der Landwirtschaft. Er war auf verschiedenen Gutshöfen in Sachsen, Berlin, Stettin und auf Rügen als Buchhalter oder Assistent des Inspektors tätig. Er wurde Spezialist für Kartoffelzüchtung und kannte 1200 Sorten nach dem Namen und Aussehen. 1916 arbeitete er als wissenschaftlicher Hilfsarbeiter bei der Kartoffelgesellschaft in Berlin. Sein erster Roman "Der junge Goedeschal" erschien 1920 im Rowohlt Verlag.
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1928, nach der Entlassung aus dem Neumünster Gefängnis, ging Hans Fallada nach Hamburg und arbeitete als Adressenschreiber für Firmen. Später wurde er Lokalredakteur des "Generalanzeigers für Neumünster". 1929 heiratete er Anna Margarethe Issel, genannt Suse. Sie kam aus einfachen Verhältnissen, war Lageristin in einem Putzmachergeschäft in Hamburg. Durch ihr einfaches, praktisch veranlagtes Wesen gab sie Fallada halt im Leben. Anna Ditzen unterstützte ihn all die Jahre hindurch, während seiner schriftstellerischen Arbeiten, mit viel Geduld und Liebe. Sie ging als literarische Gestalt des Lämmchen in Falladas Werke ein.
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1930 zog Fallada nach Berlin. 1932 erschien "Kleiner Mann - was nun?" im Rowohlt Verlag. Mit diesem Roman, in fast zwanzig Sprachen übersetzt, wurde er weltberühmt. Fallada zeigt am Beispiel des Verkäufers Pinneberg und seiner Frau Lämmchen die Sorgen und Nöte einer einfachen Angestelltenfamilie in den Zeiten der Weltwirtschaftskrise. Pinneberg ist verzweifelt, als er seine Arbeit verliert. Nur die Liebe zu seiner Frau und seinem kleinen Kind Murkel lassen ihn nicht ganz mutlos werden.
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Mit dem verdienten Geld kaufte Fallada 1933 für sich und seine Familie ein bäuerliches Anwesen in Carwitz bei Feldberg in Mecklenburg. Dort lebte er viele Jahre als Schriftsteller und Bauer. Er züchtete Bienen, hatte einen Obstgarten und Ackerland. Für seine Kinder war das Grundstück in Carwitz ein herrlicher Spielplatz.
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Für Fallada wurde Carwitz gleichzeitig ein Rückzugsort vor den Nazis, die ihn kurzzeitig verhafteten. Fallada schrieb politisch unverfängliche Werke und wich einer Stellungsnahme aus. Durch den Krieg wurde seine Arbeit als Schriftsteller erschwert. Es gab kaum Papier zum Schreiben. Der Rowohlt Verlag, welcher seine Bücher verlegte, wurde 1943 von den Nazis geschlossen. Die angespannte Lage verschlechterte seinen Gesundheitszustand. Er begann wieder zu trinken und es gab viel Streit in der Familie. 1944 ließ Fallada sich von seiner Frau scheiden und heiratete 1945 die junge Witwe, Ulla Losch, die Falladas Vorliebe für Alkohohl und Morphium teilte. Fallada hatte mehrere Aufenthalte in Sanatorien und Kliniken. Am 5. Februar 1947 starb er in Berlin.
 
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